Fi-Schutzschalter – ein notwendiges Übel

In jedem Haushalt gibt es den Sicherungsschaltkasten mit den Sicherungen für die verschiedenen Stromkreise des Hauses bzw. der Wohnung. Doch entgegen der landläufigen Meinung schützen diese electricity-meter-96863_640Sicherungen nicht vor einem tödlichen Stromschlag. Denn sie reagieren nur bei Überlastung des betroffenen Schaltkreises und unterbrechen diesen. Damit die tödlichen Stromunfälle vermieden werden können, ist es notwendig, einen sogenannten FI-Schutzschalter zu installieren. Dieser Schalter muss extra zur Installation in Auftrag gegeben werden.

Denn er wird nicht gesetzlich vorgeschrieben. Zumindest in Privathaushalten ist dies so. Daher ist es nicht verwunderlich, dass er in vielen Haushalten nach wie vor nicht vorhanden ist. Dabei weist sogar der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf seine Notwendigkeit hin. Die Aufgabe dieses Apparates ist die Überwachung der Stärke der Ströme, die zu einem Gerät und wieder zurück fließen.

So funktioniert der Fi-Schutzschalter

Sind alle Geräte intakt, so haben der hin- und der wieder zurückfließende Strom die gleiche Stärke. Wird ein defektes Gerät jedoch von einem Menschen berührt, so fließt der Strom durch dessen Körper bis zur Erde. Dies ergibt eine Differenz zwischen den hin- und her fließenden Strömen. Wird diese vom Fi-Schutzschalter registriert, wird sofort der gesamte Strom, der über diesen Sicherungsschaltkasten fließt, unterbrochen. Dies geschieht innerhalb von Millisekunden.

Zum Vergleich sei bemerkt, dass die reguläre Haushaltssicherung erst ab 16 Ampere reagiert. Dieser längere Reaktionsradius führt zwar zur sachgemäßen Abschaltung des entsprechenden Stromkreises aufgrund der Überlastung. Der Mensch, der das Gerät anfasst, hätte jedoch bereits starke Schädigungen zu verzeichnen.

Stromdifferenzen von bereits 10 bis 30 Milliampere werden registriert. Je niedriger die Angabe dieses Ampere-Wertes ist, desto schneller erfolgt die Unterbrechung bei Differenzen. Daher sind sie grundsätzlich bei Feuchtraumsicherungen im Einsatz. Aber auch im Keller, bei der Heizungsanlage sowie in der Hobbywerkstatt sollten Fi-Schutzschalter mit dieser niedrigen Ampere-Angabe eingesetzt werden. Seit 2009 ist es Pflicht, in Neubauten für die Installation eines Fi-Schutzschalters, besonders in Hinblick auf die Feuchträume. Diese Pflicht gilt aber nicht hinsichtlich der Nachrüstung von allen vor diesem Datum erbauten Häuser bzw. Wohnungen.

Dennoch sollten alle Hausbesitzer und Mieter, die noch nicht über den Fi-Schutzschalter verfügen, über ein Nachrüsten nachdenken. Sicherlich gibt es keinerlei Ermäßigungen in Hinblick auf die Versicherungsprämie. Dennoch ist dies eine Maßnahme für den persönlichen Schutz. Schließlich handelt es sich um Kräfte, die man nicht sieht. Hat man aber erst einmal einen starken Stromschlag von einem Gerät erhalten, kann es zu spät sein, sich darüber Gedanken zu machen. Mieter sollten diesbezüglich ihren Vermieter ansprechen und im schlimmsten Fall die Kosten zur Installation des Fi-Schutzschalters selber übernehmen. Denn sicher ist sicher!